my life....my stories..

Keine Ahnung ob es jemanden interesseiert....aber ich muss es los werden...die Geschichte - meine Geschichte...wie ich meine Rennlizenz gemacht habe....hier ist sie:


Zlombol is every day  or  zlombol can be every day!

Das Leben hat mich wieder voll auf dem falschen Fuß erwischt. Auf all das, was die letzten Tage gebracht haben, war ich eigentlich auf der Fahrt zum Nordkapp oder zum Olymp vorbereitet. Aber nicht jetzt! Nicht auf der relativ kurzen Strecke. Knapp 2000km sind doch keinerlei Vorbereitungen wert. Dachte ich…und das war voll für den Arsch!

Der Plan sah vor, die letzten Urlaubstage des letzten Jahres für einen Rennfahrer-Lizenz zu opfern. Ein Kurs in Posen/ Polen entsprach genau meinen Vorstellungen. Da ich sowieso auf der Rennstrecke in Polen starten will….nicht mit dem Polonez…mit einem Fiat 126….wäre es angebracht auch genau dort, die Lizenz zu machen.

Gedacht, getan. Angemeldet für den  Freitag, den 28 März fuhr ich am Donnerstag  Nachmittag mit dem Polonez los. Im Auto :  für die paar Tage etwas Klamotten, mein Laptop, Handys, meine Fotokamera….ganz wichtig…mein nagelneuer Rennhelm…und….Gott sei dank….der Werkzeugkasten.
Die ersten 400km verlaufen absolut problemlos. Ich „schwimme“ mit dem Strom Richtung polnische Grenze. Auch auf der ganz linken Fahrspur ist der Polonez zu findenJ
Die Tachonadel zappelt nervös am Anschlag, jenseits der 180 km/h Marke und zwischen dem Gaspedal und dem Bodenblech ist noch reichlich Platz. Ein kurzer Kontrollblick auf das Navi …ich fahre 150 km/h…“Mist..ganz schöne Abweichung“. Egal … für ein Fahrzeug mit 75PS Bj 81…ist es trotzdem nicht schlecht. Ohne Tacho und Navi würde ich sagen ich bin schneller als 270km/h unterwegs…Vibrationen und Geräuschkulisse wie bei einem Jet kurz vor dem Abheben.
Die erste Pause wird an der Tanke in Polen gemacht. Für mich ein Hot Dog und Kaffe…für den Polonez ein voller Tank und eine Ölstandskontrolle. Motorhaube auf und schon ist meine gute Laune dahin. Der halbe Motorraum ist verölt. „Wo kommt die ganze Soße her?“ Auf jeden Fall weiß ich wo der Gestank und der Qualm herkommen, die ich schon die letzten Kilometer wahrgenommen habe. Die Ursache ist schnell gefunden…ein Verbindungsschlauch zwischen Ventildeckel und dem Luftfiltergehäuse ist weg d.h  Motorgase und Motoröl verbreiten sich unkontrolliert unter der Motorhaube….und genauso wie dort riecht es in kürzesten Zeit im Innenraum….bis die Augen tränen. Um das zu vermeiden muss eine Lösung her. Das Einzige was ich auf die schnelle finde ist ein Stück Gummischlauch. Passt zwar nicht 100% bringt aber wenigstens etwas „Entspannung“ für die Augen und Lunge.
Motorhaube zu und weiter geht’s. Wenn es nach mir gehen würde dann ja aber der Polonez ist einer anderen Meinung. Er stellt sich einfach tot. Wenn ich  Hulk wäre, würde ich jetzt die Kiste am liebsten an die Wand klatschen! Jetzt wo ich keine Zeit habe und es schon dunkel ist, will auch der Anlasser nicht mehr. Paar mal die Zündung an und ausgemacht bis er sich wieder bewegt hat und den Motor wieder zum Laufen gebracht hat. „so eine scheiß Diva, das nächste mal schiebe ich dir ein Snickers rein“ ..denke ich. Im nach hinein kann ich nur sagen für so viele Snickers die ich die letzten Tage gebraucht hätte, würde mein ganzer Monatslohn nicht reichen. Um die Wahrheit zu sagen bin ich an der Misere auch selber schuld. Wie oft hat mich mein Auto auf den kränkelnden Anlasser aufmerksam gemacht. Vor zwei Jahren in Italien, paar mal in Finnland, des Öfteren in Norwegen. Und was habe ich Arsch gemacht ? Niiiischt! Einfach erfolgreich ignoriert. Und da soll ja einer sagen ein Auto ist nicht wie eine Frau….irgendwann mal kriegt man doch die Rechnung präsentiert.
Die Schuldfrage wäre damit geklärt, die Vorwürfe kann ich mir selber machen und die Reise kann weiter gehen. Nicht lange, nur  für etwa 30km. Da stehen wir wieder. Abends, in der Dunkelheit, irgendwo in der polnischen Botanik. Aus irgendeinem Grund fliegt die Sicherung raus und der Motor macht keinen Mucks mehr. Welch ein Glück…ich habe eine Taschenlampe dabei. So eine, die Licht macht weil Batterien drinnen sind. Was nicht immer der Fall ist. Aber dieses eine Mal. Sie geht und trotzdem muss ich fluchen. Wie blöd muss man denn sein, ohne Ersatzsicherungen unterwegs zu sein? Keine Ahnung was ich mir dabei gedacht habe als ich sie aufgeräumt habe. Hilft nichts. Ich nehme eine, die für die Funktion der Scheibenwischer verantwortlich ist. Die brauche ich jetzt nicht unbedingt….hoffentlich bleibt es auch so. 10 Minuten lang georgelt und schon läuft der Motor wieder.
Posen ich komme. Nicht immer aus eigener Kraft ….ein paar Mal muß ich angeschoben werden…aber dem Ziel immer näher. Nachts um 0.30 Uhr sind es laut Navi nur noch knapp 40km. Dann sind es nur noch 30km und dann habe ich auf ein mal immer weniger Licht. Anfangs denke ich noch es liegt an meinen Augen. Übermüdet? Vom Ölfilm bedeckt? Neeee! So einfach ist die Sache nicht. Es ist mal wieder die Lichtmaschine. Die Instrumentenbeleuchtung ist fast weg, der Motor stottert, hustet, spuckt wie ein Tuberkulosekranker. Und die Scheinwerfer…na ja die verdienen den Namen jetzt auch nicht mehr. Es sind mehr die Finsternisschmeisser. Ein Teelicht bringt mehr Licht auf die Strasse als die zwei runden „Augen“.  Und wenn schon so was passieren muss, dann natürlich mitten in einem Wald. Die Wildschweine an denen ich langsam vorbei gehustet bin, die werden sich nur eins gedacht haben: welche blöde Sau fährt mitten in der Nacht, ohne Licht, durch den Wald? Jetzt im Nachhinein bin ich mir auch nicht mehr ganz sicher ob der Hase, der auf der Straße lag überfahren wurde oder sich vom Lachen weg geschmissen hat. Und weil das Leben brutal sein kann, gibt es noch eins oben drauf. Das Ziel, zu dem ich von meinem ach so tollem Navi gelotst werde, das steht mitten auf dem Feld. Ein Scheiß! Da ist nichts! Minutenlang auf einem Feldweg ins polnische NICHTS unterwegs! Jetzt habe ich die Schnauze endgültig voll!
So schnell wie möglich wenden und nicht als raus hier. Wenn die Kiste hier „stirbt“ dann  finden mich die Bauern erst im Herbst zum Erntedankfest auf diesem Feld! Wie oft habe ich mir schon geschworen ein Straßenatlas mit zu nehmen. Den habe ich auch….im Büro. Da steht er gut. Einfach nur zum Kotzen. Müde, dreckig, hungrig….ohne Anlasser und ohne Licht, stehe ich nun mit dem Auto auf der Straße und lasse mir von der netten Dame am Telefon erklären wie ich zu dem Hotel komme, als der Motor mangels Zündfunken seine Funktion einstellt. Jetzt ist Schluß!! Ich schmeiße das Handy in den Fußraum, versuche vor Wut das Lenkrad rauszureißen….dem Polonez geht das alles am Arsch vorbei. Er steht. Wie ein Denkmal, nur mitten auf der Straße. Also aus dem Auto raus und die Tür zugeknallt…natürlich fliegt die Türverkleidung auch noch raus…was sonst. Ich muss mich jetzt sammeln…oder hier, 6 km vom Hotel entfernt im Auto übernachten. Langsam legt sich meine Wut….wahrscheinlich von der nächtlichen Kälte….und ich kann wieder klar denken. Welche Optionen habe ich jetzt? Im Auto übernachten? zum Hotel laufen? ein Taxi rufen?…..neeeee…. ich schiebe lieber! Ein paar hundert Meter weiter geht es langsam Berg ab….der Motor muss nur warm bleiben dann wird es auch klappen…so mein ausgefeilter und hochpräziser Plan. Und tatsächlich…einmal in den letzten 24 Stunden habe ich auch etwas Glück. Kurz na 2 Uhr checke ich im Hotel ein.

Ich bin so müde und aufgekratzt, dass ich ans Einschlafen gar nicht zu denken brauche. Computer an und Ersatzteile suchen. Ich bin doch im Polonez-Land…es wird doch kein Problem sein Ersatzteile zu bekommen. Und wieder falsch gedacht…die Auswahl im Umkreis von 15km ist gar nicht so groß. Immerhin ein Anlasser und eine Lichtmaschine werden zum Verkauf angeboten. Mit dem Gedanken ich muss gleich früh die Sachen „klar“ machen schlafe ich, mit dem Laptop im Bett und voller Zimmerbeleuchtung, ein. Gut dass ich den Weckdienst an der Rezeption für 6.30 Uhr aktiviert habe.
Nach gefüllter viertel Stunde klingelt das Telefon. Es ist 6.30 Uhr!
Immer noch erschöpft aber voller Tatendrang springe ich regelrecht aus dem Bett. Duschen, anziehen, frühstücken und so schnell wie möglich den polnischen Patienten untersuchen. Vielleicht habe ich nur alles geträumt? Bin ich bescheuert….wie komme ich bloß auf den kranken Gedanken?  Spätestens an den Klamotten kann man es riechen dass ich stunden lang in Öldämpfen unterwegs war. Mach ja überhaupt nichts…so riecht man halt wenn man Benzin im Blut hat. So riechen halt richtige Rennfahrer J Meine Frau würde jetzt ein anderes Wort fürs Riechen benutzen – stinken. Die ist aber nicht dabei…und das ist auch gut so.
An der Rennstrecke muss ich erst um 9 Uhr sein d.h ich habe etwas Zeit für einen kurzen Check. Anlasser tot, Batterie tot. Ach so…beinahe hätte ich es noch vergessen…so wie der letzte Tag aufgehört hat so hat der Freitag angefangen. Als erstes ging das Türschloss der Fahrertür kaputt. Jetzt kann man das Auto auch mit einem Fingernagel aufschließen. Muss nur etwas länger sein. Dieser Umstand wird dann noch zum Vorteil…aber davon später mehr.
Auf dem Parkplatz finde ich jemanden der Überbrückungskabel dabei hat und meinen Rennboliden mit frischem 12Volt-„Saft“ versorgt. So lange das Auto kalt ist arbeitet der Anlasser auch etwas effektiver. Schon nach dem dritten Versuch  ….nennen wir es mal …läuft der Motor. Mehr schlecht  als rund aber er läuft. Als erstes ein kurzer Test für die Lichtmaschine. Die Plusklemme von der Batterie gelöst – Motor aus. Es steht nun fest… die Lichtmaschine ist schrot. Wenn sie ein Hals hätte, würde ich ihr den jetzt mit 100 prozentiger Sicherheit umdrehen. Schließlich habe ich die vor gar nicht so langer Zeit komplett überholt. Alles ist neu gewesen. Kohlestifte, Regler, Anker, Kugellager. Was hat denn das verdammte Teil nur gegen mich? Wir stehen seit drei Jahren auf dem Kriegsfuß!…um genauer zu sein seit Schottland.
Da ich auf eine Antwort nicht zu warten brauche und die Uhr schon 8.30 anzeigt bestelle ich mir ein Taxi. Das soll mich zum Kurs fahren, an die Rennstrecke Posen.
Ein Bild für die Götter. Die meisten Teilnehmer sind schon da…jeder von ihnen mit einem Rennauto oder zumindest mit einem Sportfahrzeug. Nur ich mit einem Taxi. Die Fragezeichen sorgen kurz für eine Sonnenfinsternis…so viele sind es auf einmal. Aber ich war schon immer anders als die Anderen und immer für eine Überraschung gut. Gut ist auch, dass am ersten Kurstag Theorie auf dem Lehrplan steht. Das Auto wird erst morgen gebraucht. Diese Tatsache verschafft mir etwas Zeit um meinen Polonez wieder fitt zu machen.
Nachdem der Kurstag zu ende ist, hole ich mit dem Taxi die gebrauchte Lichtmaschine ab. Die steht auf meiner Prio-Liste an erster Stelle, denn ohne Anlasser kann ich fahren aber ohne Lichtmaschine nicht lange. Unterwegs besorge ich mir an der Tankstelle noch neue Überbrückungskabel…schließlich ist nicht jeder so gut vorbereitet wie ich, und hat welche immer im Kofferraum rumliegen J Eine halbe Stunde später steht es fest, entweder passt die gebrauchte Lichtmaschine nicht….oder sie ist einfach defekt. Langsam stehe ich wieder unter Zeitdruck. Es dauert nicht mehr lange und draußen wird es dunkel und morgen früh muss mein Auto einsatzbereit sein. Denk nach! Denk nach! Denk nach! Die einfachste und schnellste Lösung heißt: eine neue, voll geladene Batterie einbauen. Da man aber in Polen auch tagsüber mit Licht fahren muss, hält sie halt nicht lange. Egal. Etwas Besseres fällt mir jetzt nicht mehr ein. Ein paar Telefonate und eine Stunde später, ist ein frischer „Saftgeber“ eingebaut. Gut, dass ich überall ein paar Leute kenne, auf die ich mich verlassen kann…und wenn sie es persönlich nicht können, dann kennen sie jemanden der es kann oder der jemanden kennt der einem hilft. In diesem Zusammenhang können auch Facebookfreundschaften  äußerst hilfreich sein.
Samstag, den 29 März 2014. Ich bin das erste Mal auf einer Rennstrecke. Das Gefühl lässt sich nicht beschreiben. Ich vergesse sogar für kurze Zeit, dass ich in Posen festsitze. Meine ganze Konzentration gilt dem Instruktor und der Rennstrecke. Fahren am Limit ist absolut meins! Mit diesem Fahrzeug sind die Grenzen sehr schnell erreicht, aber…das nächste Mal bin ich mit meinem kleinen Renner da. Beide Autos haben eins gemeinsam…beide haben keine Lichtmaschine.
Theorie und Praxis absolviert, Prüfung bestanden! Das heißt Ziel erreicht. Aber was nun? Was mache ich jetzt? Und wie komme ich hier weg?  Bis nach Coburg sind es ca.650km oder anders gesagt Coburg ist  fast vier Autobatterien entfernt. Die Alternative, für die ich mich letztendlich entscheide ist, ich fahre nach Katowice ( nur 2 Autobatterien bis dahin) repariere da meinen Polonez  und fahre von dort aus, am Montag nach Hause. Warum Katowice?  Es gibt viele gute Gründe. Die wichtigsten zwei: ich kenne mich in der Gegend aus und habe dort gute Freunde. Auch eine Busverbindung nach Coburg, oder zumindest nach Nürnberg ist von Katowice aus mehrmals in der Woche vorhanden…das ist die allerletzte Lösung. Viele würden es als solche sehen, für mich persönlich wäre es eine Strafe, eine gnadenlose Folter. Ich kann vieles, aber nicht Beifahrer sein und schon gar nicht Passagier. Aber noch ist es nicht so weit, noch bin ich in Posen und habe nur eine volle Batterie. Um Strom zu sparen baue ich als erstes vorne und hinten rechts je eine Glühbirne aus…so wird der Stromverbrauch gleich um 50% reduziert. So „sparsam“ kann ich nur fahren so lange es draußen hell ist.  Damit aber die Nachtfahrt nicht zum Höllenritt wird und ein weiterer Wutanfall nicht an einer demolierten Innenausstattung schuld ist, leihe ich mir unterwegs noch ein12 Volt „Kraftwerk“. Auch den verloren gegangenen Schlauch bekomme ich geliehen. Gut, dass man Freunde hat!  Nach einem schwarzen Donnerstag und einem pechvollen  Freitag  kommt was?
Natürlich….ein Samstag der daran anknüpft. Beim Versuch eine Tankstelle anzufahren schieße ich buchstäblich übers Ziel hinaus. Beim ersten Versuch verpasse ich die Einfahrt, weil die Bremse ihren Dienst quittiert. Die Bremswirkung ist wirklich nicht nennenswert umso mehr aber die Geräuschkulisse. Ich glaube die Bremsbeläge sind jetzt auch noch weg d.h. für die Verzögerung sorgt nur die „nackte“ Metallplatte. Echt geil. Jetzt hört sich der Polonez beim bremsen  auch noch wie eine alte Dampflok an. Vor schreck vergesse ich, dass der Motor nicht abgestellt werden sollte. Jetzt stehe ich mal wieder an einer Zapfsäule und muss auf fremde Hilfe hoffen. Aber ich bin dieses Mal nicht der Einzige der Unterstützung braucht. Auf der anderen Seite versucht jemand krampfhaft sein Auto zum laufen zu bringen. Natürlich nutze ich die Gunst der Stunde und biete meine Hilfe an, denn ich weiß ganz genau, dass ich gleich selber darauf  angewiesen sein werde. Wir schieben den Toyota an, 500m in eine Richtung und 500m wieder zurück. Es hilft nichts. Die ganze Aktion war um sonst. Da bin ich das erste Mal seit langem froh, dass mein Auto nur einen kleinen Schubser braucht. Manchmal kann der Polonez doch besser sein als z.B. ein „Reiskocher“
Obwohl es immer weniger funktionierende Teile gibt, erreiche ich am Abend  Katowice. Beim Einchecken im Hotel stelle ich fest, dass mich  mein Auto mehr und mehr an das abgefuckte Fahrzeug vom Inspektor Columbo erinnert. Nur kein Cabrio eben und ich hoffe es bleibt auch so.
Sonntag, der 30 März 2014.  Wie jeden Sonntag sind sehr viele Polen beim besten Frühlingswetter Richtung Kirche unterwegs. Nur ich mache mich vor dem Hotel breit und funktioniere kurzer Hand den Bürgersteig und den Parkplatz in eine Selbsthilfewerkstatt um. Zuerst besorge ich mir in einem Baumarkt einen Multimeter. Damit kann ich die Stromausbeute messen und auch die Kabel auf Unterbrechungen untersuchen. Nachdem ich die Lichtmaschine geschätzte 10 Mal ein und ausbaue, mehrmals komplett zerlege, die einzelnen Teile der beiden Lichtmaschinen untereinander tausche finde ich mehr durch Zufall den ersten Fehler. Die Kohlebürsten, die, die ich erst kurz vor der Fahrt zum Nordkapp erneuert habe, sind defekt. Man lernt nie aus. Traue niemandem auch keinem Neuteil. Zumindest die Lichtmaschine kann ich jetzt blind aus und einbauen. Auch beim heißen Motor und das ohne mich dabei zu verbrennen. In dieser Beziehung bin ich schon fast wie ein Söldner, der seine Pistole blind beherrscht. Nur, dass meinen „Waffe“ aktuell eher an die nackte Kanone erinnert. Egal. Am ende des Tages bin ich etwas ruhiger. Die Lichtmaschine liefert zeitweise etwas mehr als 11 Volt, was noch viel zu wenig ist aber ich weiß wo der Fehler liegt. Oder anders gesagt, ich glaube es zu wissen.
Denn nachdem ich am Montag früh, gleich neue Kohlebürsten kaufe und einbaue kommt was? Die Ernüchterung. Jetzt fließt der Strom konstant aber immer noch zu wenig. In den Kreis der Verdächtigen rückt jetzt das nächste, vor gar nicht so langer Zeit erneuerte Teil …der Lichtmaschinenregler. Es sind alles „Low-Budget-Teile“ aber ohne sie geht gar nichts. Ein neuer Regler ist zwar schnell eingebaut aber einen zu bekommen ist schon etwas anderes. Ersatzteile für diese Fahrzeuge sind auch nicht mehr an jeder Ecke zu bekommen. Bei den meisten Nachfragen schlagen die Leute die Hände über dem Kopf und können kaum glauben dass jemand noch freiwillig so ein Auto fährt. Ein Klassiker ist doch ein Mercedes oder BMW…aber nicht der Polonez. Und wozu überhaupt so eine alte Kiste? Ihr könnt mich mal Alle!
Vorsichtshalber rufe ich auf der Arbeit an und verlängere meinen Urlaub um einen weiteren Tag. Wir wollen doch keine Abmahnung wegen des unentschuldigten Fehlens riskieren.  Nicht nur, dass ich noch Ersatzteile brauche auch einen Besuch beim Sportarzt und Verkehrspsychologen  kann ich noch vielleicht vereinbaren. Diese letzten zwei Sachen sind vorgeschrieben und zwingend notwendig, damit ich die Rennfahrerlizenz beantragen kann.
Nach einer zweistündigen, erfolglosen Jagt nach einem neuen Regler bekomme ich wenigstens einen Termin bei dem „Psycho-Onkel“ Den Brauche ich langsam sehr dringend J
Sonst beiße ich noch irgendwann mal, in sehr naher Zukunft, ins Lenkrad. Der Besuch dauert fast zwei Stunden und ich kann nicht sagen ich fühle mich danach wie neu geboren. Sehr viele verschiedene Tests und viele Fragen….aber ich habe es jetzt schriftlich…
Meine Frau rät mir am Telefon den Psychologen als ständigen Begleiter auf dem Beifahrerplatz im Polonez zu engagieren….“so ein Co-Pilot könnte Wunder bewirken“ So ein Gelaber…es ist ein Verkehrspsychologe und kein Psychiater oder Partnertherapeut…außerdem verstehe ich mich mit meinem Auto sehr gut J
Ein kleines Erfolgserlebnis habe ich doch noch am Ende des Tages zu vermelden. Ein neuer Regler ist gefunden und sofort eingebaut. Jetzt bekomme ich wieder mehr als 14 Volt Spannung geliefert. Auch wenn ich alle möglichen Stromfresser gleichzeitig einschalte gibt es keinen Spannungsabfall. Supi. Jetzt sieht die Welt gleich anders aus. Nur der unrunder Lauf des Motors macht mir jetzt etwas mehr Sorgen. Diesen Umstand habe ich eigentlich auf  den zu schwachen Zündfunken zurückgeführt. Es sieht aber nicht danach aus. Die ersten Tests ergeben: Zündfunke ist vorhanden, Zündkerze ist auch ok aber der erste Zylinder arbeitet nicht. Verdammt! Bin ich jetzt bei der Lufthansa? Nach und nach streikt alles! Morgen früh lasse ich den Motor checken, bevor ich mich auf den Heimweg mache.

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