Zlombol 2013

wir das unsere Strecke?

fast 7000km....die längste Strecke in der Geschichte von Zlombol....

Und heute, nachdem Zlombol schon ein paar Wochen hinter uns liegt, kann ich nur sagen: es kam vieles anders als am Anfang geplant!
Manchmal ist es auch gut so, dass nicht alles planbar ist, sonst wäre es langweilig im Leben.



Mein Tagebuch Zlombol 2013
Katowice - Nordkapp


Es ist endlich so weit. Der Tag auf den wir so lange gewartet haben ist da. Und wie jedes Jahr ist es auch diesmal hektisch. Seit genau zwei Jahren nehme ich mir es immer wieder vor, mindestens eine Woche vor Abfahrt fertig zu sein. Das Auto vorbereitet und Checklisten abgearbeitet zu haben. Und wie schon die Jahre zuvor ist es auch dieses mal nicht möglich. Es kommen immer wieder neue Aufgaben hinzu. Da fehlen noch Ersatzteile, es passt am Auto etwas nicht oder geht noch in der letzten Woche  vor der Abfahrt kaputt oder wir geben auf die Schnelle noch ein Interview. Also, alles beim Alten.


 checken und einstellen



 noch schnell ein Interview



Egal. Spätestens am Freitag früh um 2 Uhr lassen wir alles hinter uns und machen uns auf den Weg nach Polen.

Doch bevor es soweit ist, sorgt ein Ast, der hinter einer Kurve quer über die gesamte Fahrbahn liegt für eine Schrecksekunde. Links die Leitplanke, rechts ein Graben und der Wald. Somit ein Ausweichmanöver unmöglich. Schnell unterwegs bin ich außerdem auch noch. Ein kurzer Shitt-Gedanke und schon bin ich darüber gefahren. Ein verbogenes Nummernschild und eine abgerissene Kennzeichenhalterung sind die Konsequenz. Ein, zwei Stück Panzertape und  Zlombol 2013 ist gerettet.

Ab diesem Zeitpunkt läuft alles für die nächsten fast 700 km ohne Probleme. Am Freitag Vormittag  erreichen wir Katowice, den Ausgangspunkt für die jährliche Zlombol-Rallye.

Unsere Aufgaben für den Tag: im Hotel einchecken, einkaufen – da Skandinavien teures Pflaster ist und am Abend die Startnummern für unsere Rennboliden abholen. Danach nur noch chillen!




eine kurze Pause auf dem Weg nach Polen
 
in Katowice holen wir die Startnummern ab







2.Tag / Samstag – Der Start



Es hat abgekühlt, ich meine nur das Wetter. Wir beseitigen die Spuren des nächtlichen Gewitters von unseren Autos. Trocken müssen sie sein, damit die Startnummern und andere Aufkleber angebracht werden können.

Wir frühstücken, packen unsere sieben Sachen und verlassen das Hotel Richtung Katowice-Centrum. Zu dem Platz, von dem aus dieses Jahr unter den Augen vieler Besucher, der einheimischen Presse und den TV-Vertretern , die Rallye gestartet wird.





11.20 Uhr – der Start. Jetzt geht es richtig los. Das Ziel der heutigen Etappe heißt Lomza, eine Stadt im Nord-Osten Polens. Etappenlänge 470km – vorwiegend Landstraßen.

Die größten Probleme machen uns heute die riesigen Spurrillen in der Fahrbahn. Man kann sie als eine Art Autopiloten nutzen, so lange es geradeaus geht. Sie sind so tief, dass wir richtig Mühe haben ohne Funkenflug die Fahrspur zu wechseln.


Das Team Eduplay kämpft am heutigen Tag mit dem Abgasen, die ständig ins Fahrzeuginnere gelangen. Schuld ist der Umbau bzw. die Verlängerung der Karosserie nach hinten. Vergessen wurde dabei den Auspuff  abzustimmen. Ein kurzer Halt bei OBI ist notwendig. Und: ein Flexrohr und eine Schelle später ist das Problem behoben! Nur das Auto sieht jetzt von hinten wie eine fahrende Dunstabzugshaube aus.

Um ca. 19 Uhr erreichen wir das heutige Ziel.











3.Tag / Sonntag

Heute fahren wir durch vier Länder: Polen, Litauen, Lettland und Estland, um am ende des Tages Tallinn zu erreichen Etappenlänge fast 1000km. Und wie schon am Tag zuvor vorwiegend auf den Landstraßen.



Wir sind die Ersten beim Frühstück, um so früh wie möglich zu starten. Das Kommando für heute lautet: fahren, fahren, fahren. Angehalten wird nur zum Tanken. Das Wetter ist wechselhaft. Einmal schön sonnig und heiß danach aber richtige Wolkenbrüche. Wie es sich rausstellt, verträgt der kleine Lada diese heftigen Duschen überhaupt nicht. Der Fußraum steht in kürzester Zeit unter Wasser. Mit einem Messer schlitzen wir Löcher in den Boden, damit das Wasser ablaufen kann. Das freut den Klaus ganz besonders, nachdem er das Fahrzeug wochenlang für den TÜV geschweißt hat.
Nach ca. 12 Stunden erreichen wir Tallinn, die Hauptstadt Estlands. In einem Restaurant in der Altstadt verbringen wir den Abend.






4.Tag / Montag

Der Tag fängt hektisch an. Wir haben verschlafen d.h. kein Frühstück, kein Duschen, schnell die Zähne putzen, anziehen, Koffer in die Hände und rennen. Durch die Altstadt zu den Autos,  denn in 15 min müssen wir an der Fähre sein. Es war doch etwas zu lange an dem Abend zuvor. Gut, dass kurz nach 6 Uhr morgens kein großer Verkehr in Tallinn herrscht. Wir wenden auf vierspurigen Straßen und sind teilweise gezwungen die Einbahnstraßen gegen die Fahrrichtung zu befahren. Alles nur um die Fähre rechzeitig zu erreichen, denn die ist schon gebucht und bezahlt. 



Wir erreichen sie in der letzten Minute. Jetzt können wir uns für die nächsten 2,5 Stunden entspannen. So lange dauert es bis wir Helsinki erreichen.




Jetzt nur noch 1000km durch die Wälder Finnlands und schon sind wir auf dem Campingplatz
In Oulu, unserem Etappenziel. Nach 14 Stunden ist es soweit. 


Unterwegs versuchen wir es mehrmals das Leck im Lada zu lokalisieren. Leider ohne Erfolg.
Jeden Morgen muss der Lada Wasser lassen…ein braver Lada :-)


5.Tag / Dienstag

Heute geht es nach Inari, in Lappland. Etappenlänge 700 km und das nur auf den Landstraßen. Um die Mittagszeit erreichen wir den Polarkreis und die Stadt Rovini, in der, offiziell, der Nikolaus zu Hause ist. 







Nach einer kurzen Pause bei dem weißbärtigen Mann und seinen Rentieren machen wir uns auf den Weg gen Norden.
Die Landschaft wird immer karger, es wird immer frischer und die Sonne verschwindet gänzlich hinter den Wolken. Es regnet immer öfters. Vielleicht haben wir es dem Wetter zu verdanken, dass wir auf die Bekanntschaft mit den Stechmücken verzichten können. Nicht, dass wir nicht vorbereitet sind, gewarnt wurden wir ja mehrmals. 


Nach 11 Stunden Fahrt erreichen wir den Campingplatz. Weil wir müde sind und das Wetter auch zu wünschen übrig lässt verzichten wir auf`s Grillen. Wir gehen essen.
Bestellt wird vorwiegend Rentier-Steak! Lecker!



6 Tag / Mittwoch                          Nordkap – das Ziel

Die letzte Etappe ist nicht lang, nur knapp 400 km bis zum Ziel. Es regnet teilweise in strömen und es macht überhaupt keinen Spaß unterwegs zu sein. Die Stimmung ist gedrückt und die Hoffnung auf ein schönes Wetter am Nordkap schwindet mit jedem gefahrenen Kilometer.



Nach etwa 2 Stunden geradeaus, nur rauf und runter geht es immerzu, überqueren wir die Grenze nach Norwegen. Kurz darauf ist auf einmal alles anders. Es regnet immer weniger, dafür bekommen wir die Sonne zu sehen und zu spüren. Es wird wärmer, dementsprechend  auch die Stimmung. Auch Rentiere sind öfters zu sehen, entweder einzeln oder in kleinen Herden flanieren sie teilweise über die Straße. Nur von den Elchen keine Spur. 



Langsam, im wahrsten Sinne des Wortes,  kommen wir dem Ziel immer näher. Nur 80 km/h sind hier erlaubt und wir versuchen uns daran zu halten, da die Strafen für zu schnelles Fahren recht heftig ausfallen können.
Um den Nordkap zu erreichen, müssen wir noch durch den fast 7 km langen Tunnel durch. Es ist kein „normaler“ Tunnel, der jeder von uns schon öfters befahren hat. Es ist ein Tunnel mit 9% Gefälle und 10% Steigung. D.h. gerade aus runter und 200 Meter unter dem Meeresspiegel wieder gerade aus rauf. Eine gute Bremse und eine funktionstüchtige Kühlung sind hier von  existenzieller Bedeutung J Wie es sich dann später rausstellt, war es für die kleinen, bis zum Dach (und auch mehr) voll gepackten Fiat 126 eine richtige Herausforderung, Eine Herausforderung im ersten Gang!



Nach dem Tunnel geht es nur noch Berg auf. Die schmale, kurvige Straße bringt uns direkt zum Nordkap. Angekommen sind wir alle uns einig: „wie ein Sechser im Lotto“. Blauer Himmel, Sonnenschein, frischer Wind – wir sind am Ziel.




Wir genießen den Ausblick, die Weite, das Wetter. Noch ein paar Fotos als Beweis und wir machen uns auf den Weg zum Campingplatz. Hier warten schon viele Teams, die ihre Zelte aufgeschlagen haben. Gemeinsam feiern wir die Zlombol Ziel-Party. Nur dieses Mal ist es etwas anders, es wird die ganze Nacht nicht dunkel! Die Sonne geht zwar unter, es wird „grau“ aber das war es auch schon. 







7 Tag / Donnerstag

Hier und heute trennen sich unsere Wege. 2 Teams fahren direkt nach Coburg, die kürzere Strecke durch Schweden. Wir dagegen, die übrigen zwei Teams,  wir fahren an der West-Küste Norwegens, durch die Berge und Fjorde nach Hause. Das haben wir schon im Vorfeld so geplant und ziehen jetzt konsequent durch.


Doch bevor es Richtung Alta gehen kann, unserem heutige Ziel, muss noch die Aufhängung vom Lada überholt werden. Ein neuer Gummipuffer sorgt dafür, dass der Stoßdämpfer nicht gegen die Karosse schlägt. Für den Klaus überhaupt kein Problem, so oft wie er seinen kleinen „russen“ zerlegt und zusammen gebaut hat. 



Vom Nordkap nach Alta sind es „nur“ 240km, trotzdem brauchen wir fast 5 Stunden. Schuld daran sind: auf der einen Seite die 80 km/h Begrenzung und auf der anderen die Landschaft. Man kann nicht einfach weiterfahren ohne ein paar Bilder gemacht zu haben.


Am Abend schlagen wir unsere Zelte auf einem einsamen Campingplatz auf. Begleitet werden wir heute und morgen von drei befreundeten Teams aus Polen. In einer lustigen Runde, am Lagerfeuer in einem Wigwam lassen wir den Tag ausklingen.



8 Tag / Freitag

Heute fahren wir nach Narvik. Etwas mehr als 500 km und laut Navi in 7 Stunden zu schaffen. Wir brauchen mehr als 11 Stunden. Und schuld daran war eindeutig wieder die Landschaft. Um die Fjorde herum, beim Sonnenschein und blauem Himmel. Zeitraubend ;-)



Bei einem der vielen Stopps entdecken wir in einer Garage, gegenüber der Strasse einen alten Opel. Der Besitzer, ein norwegischer Oldtimerfreund ist beeindruckt von unseren „Rennautos“ so dass wir nach einem Gespräch unter der Gleichen auch sein Schätzchen in freier Natur bewundern und ablichten dürfen.


Am Abend erreichen wir dann die Stadt Narvik. Hier verabschieden wir uns von den anderen Teams, die über Schweden Richtung Polen die Heimreise antreten werden. Bei schönem Wetter schlagen wir unsere Zelte auf einem Campinglatz auf. Grillen ist angesagt.




9 Tag / Samstag

Das Wetter ist nicht mehr so schön. Es nieselt. Deswegen beschließen wir heute etwas länger zu fahren als die letzten Tage. Als Ziel für heute suchen wir uns Trondheim aus. 900 km entfernt, laut Navi 12 Stunden Fahrzeit. Auch die Fähre müssen wir heute, auf dem Weg dorthin, in Anspruch nehmen. 


Doch bevor wir den Campingplatz verlassen, muss noch kurz am Lada geschraubt werden. Die Radlager müssen nachgezogen werden. Peanuts.




Da es ständig regnet liegen wir gut in der Zeit. Wenige Stopps, wenige Bilder.
Doch die Rechnung geht trotzdem nicht auf. Wir schaffen gerade mal 250 km heute.
Schuldfrage? Die Fische! Bevor wir zu der Rallye aufgebrochen sind, haben wir noch in der letzten Minute uns Angelruten und Zubehör besorgt. Geschichten zum Thema Angeln und Norwegen haben wir im Vorfeld viele gehört. Jetzt wollten wir es selbst ausprobieren.
Als wir an einer einsamen Bucht vorbeifahren, in der ein Steg ziemlich weit ins Meer ragt, ist es endlich so weit. Egal dass es nieselt und windig ist. Der „Jagdinstinkt“ ist definitiv geweckt und wir sind nicht mehr zu bremsen. Nach zwei Stunden haben wir zwei Dorsche und zwei Lachse im „Netz“. Genug für vier Leute zum Abendessen. Die Fische werden an Ort und Stelle ausgenommen und gesäubert. Jetzt müssen wir nur noch so schnell wie möglich einen schönen Campingplatz finden. 




Unsere Wahl fällt auf einen 4 Sterne Campingplatz in der Nähe der Stadt Fauske. Wir mieten uns einen großen Campinghaus und dazu noch eine Grillhütte. Es dauert nicht lange und die Fische liegen, gewürzt und in Alufolie eingewickelt, auf dem Grill. Zum Campingplatz passend – ein vier Sterne Abendessen 





10 Tag / Sonntag

Heute geht es nach Trondheim, die Stadt die wir uns schon gestern als Ziel ausgesucht haben.  650 km, 9 Stunden Fahrt. Das Wetter ist wechselhaft. Wie immer relativ viele Stopps um Bilder zu machen. Vor allem, als wir nach etwa 70 km den „Arctic Circle“ erreichen. 




  Man will diese Momente einfach genießen und als „Pixelwerk“ mit nach Hause nehmen. Die Landschaft, die Natur, das Gefühl. Großartig und unverwechselbar.
Den Polarkreis haben wir verlassen und Trondheim kommt immer näher. Unterwegs treffen wir eine kleine Gruppe von Oldtimerenthusiasten. Wie immer kommen wir schnell ins Gespräch. Hobby verbindet!



Am Abend erreichen wir Trondheim. Die Stadt begrüßt uns mit einem Naturschauspiel par excellence. Die untergehende Sonne taucht alles in eine feuerrote Farbe. Man hat das Gefühl, dass sogar das Wasser brennt. Atemberaubend.





11 Tag / Montag

Für heute haben wir als erstes eine Stadtbesichtigung geplant, denn Trondheim ist mit 180 Tsd. Einwohner die drittgrößte Stadt Norwegens. Viel Land, viel Natur, wenig Menschen. Das ist Skandinavien.


Und ich kann nicht sagen, dass mir persönlich das nicht gefallen würde. Im Gegenteil. Man kann sogar mitten auf der Landstraße „parken“ um Bilder zu machen, ohne jemanden zu stören. Denn es kommt sowieso  keiner so schnell vorbei.


Ein Kaffee auf dem Marktplatz, eine norwegische Wurst in der Imbissecke, viele Studenten, viel Kultur, eine schöne Altstadt, bunte Häuser und natürlich vieles davon auf den unzähligen Bildern festgehalten. So werden wir diese Stadt in Erinnerung behalten.







Jetzt machen wir uns auf den Weg zu den Trollstigen. Für den Klaus und für mich das Ziel schlecht hin. Egal mit was, egal wie….wir müssen hin!
300 km sind es bis dahin. Dazu kommen noch zwei Fahrten mit der Fähre und zahllose Tunnel. Von den letzteren haben wir in den vergangenen Tagen jede Menge gesehen und gefahren. Mal rauf, mal runter, mal im Beton, mal in Naturstein gehauen. In jeder erdenklichen Variation. Wahnsinn.




Es wird langsam dunkel als wir kurz vor den Trollstigen stehen. Um diese Gegend richtig genießen zu können und damit wir nichts verpassen, entscheiden wir uns die Fahrt auf Morgen zu verschieben. Wie schon die letzten Tage wird ein Campingplatz zu unserem Nachtlager.



12 Tag / Dienstag


Der Tag der Trollstigen. Das Wetter ist nicht berauschend, ist mir aber absolut „Wurscht“. Ich will einfach mit dem Auto in die Berge. Mal wieder enge Straßen fahren, mal wieder Kurven fahren, mal wieder den Motor heulen hören – Mensch ich brauche wieder Adrenalin!
Dafür ist der Polonez nicht unbedingt  das richtige Gerät aber man nimmt was man aktuell zur Verfügung hat. Das ist so ähnlich wie mit dem Durst, auch ein alkoholfreies trinkt man irgendwann mal :-)
Mal langsam, mal schnell fahren wir die Berge hinauf. So richtig nach Lust und Laune, da es hier kaum Verkehr gibt.




 Bis wir die Trollstigen bei leichtem Regen erreichen
Hier machen wir noch zu Fuß einen kleinen Spaziergang zu den Aussichtsplattformen. Von hier oben, sieht die Straße und die Fahrzeuge, die sich von unten die Passstraße hoch quellen, wie Spielzeuge aus. „Wie eine Carrera-Bahn“ ist mein erster Gedanke, der mir in diesem Moment durch den Kopf schießt.
Also los! Wir fahren runter. Elf Haarnadelkurven mit teilweise 12% Gefälle. Wie geil ist das denn! Ich versuche langsam zu Fahren, nicht weil es eng ist oder weil es teilweise keine Leitplanken gibt. Nein!  Nur um jeden Meter dieser Straße, die Berge und die Wasserfälle zu genießen. 




Im Tal angekommen qualmt es heftig aus den Radkästen, obwohl ich die ganze Zeit im zweiten Gang unterwegs war. Ein kurzer Check – alles ok, ist nur der Bremsscheibenlack. Jetzt ist er so richtig eingebrannt! Irgendwann mal komme ich wieder um die Trollstigen von unten zu befahren – ist mein Schwur an diesem Tag.
Als nächstes steht die Hauptstadt Norwegens auf unserem Plan. Wir machen uns auf den Weg. 450 km bis nach Oslo.
Das Wetter ist wieder schön. Sonnig und wärmer. Da Lillehammer auf dem Weg liegt beschließen wir dort eine kurze Pause einzulegen. Die Stadt ist weltberühmt geworden durch die Ausrichtung der Winterspiele im Jahr 1994.




 Für uns wird es aber, auch als die Stadt mit dem Elchburger im Gedächtnis bleiben, den wir hier zu Mittag verspeist haben.


Von hier geht es ohne Umwege nach Oslo. Auf Landstraßen, nicht schneller als 80 km/h.
Am Abend sind wir da, auf einem Campingplatz oberhalb der Stadt. Der Ausblick ist unbezahlbar!  Auch nicht mit der VISA- Card :-)



13 Tag / Mittwoch


Den ganzen Vormittag verbringen wir in der Hauptstadt. Oslo, eine wunderschöne, saubere Stadt, die trotz des vielen Verkehrs, der vielen Menschen und Touristen eine gewisse Ruhe, Verschlafenheit und Sicherheit ausstrahlt. Von Hektik keine Spur.







Es fehlt uns schwer Abschied zu nehmen, da es mit Sicherheit hier noch viel mehr zu bewundern, zu bestaunen und zu entdecken gibt. D.h  für mich noch einmal hierher kommen und Zeit mitbringen!
Von Oslo aus fahren wir nach Kristinsand. Die 350 km entfernte Stadt, ist die Letzte die wir in Skandinavien besuchen. Von hier aus geht morgen früh unsere Fähre Richtung Dänemark.
Am Abend geben wir die letzten norwegischen Kronen in der Altstadt der kleinen Hafenstadt aus.






Die letzte Nacht und der letzte Campingplatz in Skandinavien.



14 Tag / Donnerstag

Nix Ausschlafen! Um 7.30 Uhr legt unsere Fähre ab. Nach nur 2 Stunden Fahrt erreichen wir Dänemark.



Ab hier gibt es nur Leitplanken zu sehen, da wir auf der Autobahn Richtung Hamburg unterwegs sind. Diese Stadt steht als das letzte Ziel auf unserem Zettel.
Am Nachmittag erreichen wir, wie gewohnt ohne Probleme, die Hansestadt. Und sofort war es wieder zu spüren die Hektik, der Stress und die damit verbundene Geduldlosigkeit. Germany hat uns wieder! Ein Hupkonzert, weil wir nicht schnell genug an der Kreuzung abbiegen bestätigt/bekräftigt dieses Gefühl.

Hauptbahnhof Hamburg

RESÜMEE



Am  Freitag,  den 23.08.2013 gegen 18 Uhr ist nach 15Tagen Fahrt, fast 8000 km durch 8 Länder Europas, in 2 Fahrzeugen die zusammen 66 Jahre auf dem „Buckel“ haben, nach kleinen Havarien und großem Abenteuer, die 7. Edition des Zlombol für uns offiziell zu ende gegangen. Wir waren wieder in Coburg.

Und wie jedes Jahr, ist die häufigste Frage die uns nach der Rallye gestellt wird….
wie war es?
Gigantisch! Ist meine persönliche Antwort. Am Tag, an dem es offiziell bekannt wurde wohin die Reise 2013 hingehen wird dachte ich noch: „na jaa….“ Während der Vorbereitungen auf das Abenteuer, bei der Planung der einzelnen Etappen wuchs in mir langsam die Skepsis. Vor allem wenn ich mir die Strecke auf der Landkarte angeschaut habe. Ob die Fahrzeuge es schaffen? ob wir alles richtig geplant haben und ob das Alles doch nicht zu viel wird? Und jetzt nach über 2 Wochen hinter dem Lenkrad kann ich nur sagen: alles Quatsch. Es war besser als gedacht.

Wir haben wieder ein großes Stück von Europa gesehen und auch geschmeckt!
Die Länder des Baltikums, Finnland mit Lappland und den Polarkreis. Das eigentliche Ziel, den Nordkap, mit der kargen Landschaft, dem Ausblick auf das Unendliche der Meere und die weißen Nächte, als die Sonne nur für kurze Zeit hinter dem Horizont verschwunden ist.
 Ach ja… da waren auch noch die  Fjorde. Mit dem stahlblauen Wasser in dem sich der Himmel und die gewaltigen, schneebedeckten Berge Norwegens gespiegelt haben.
Wie es in einem bekanntem Lied heißt: „über tausend Brücken musst du gehen“ so musst du über tausend Tunnel überqueren um Norwegen in seiner großen Vielfalt zu sehen. Um Rentiere in ihrer natürlichen Umgebung zu erleben und die frische, klare Luft des hohen Nordens atmen zu dürfen. Die Mühe war es auf jeden Fall wert.
Wir haben die Altstadt von Tallinn gesehen, wir haben ein Steak vom Rentier probiert, wir haben Fische im Meer geangelt und uns sogar einen Elchburger schmecken lassen. Helsinki, Trondheim, Lillehammer und Oslo haben wir auch kurz besucht.
Auch viele interessante Menschen haben wir kennen gelernt und neue Freundschaften geschlossen.
Erspart geblieben sind uns große Defekte, unangenehme Überraschungen und die Stechmücken, vor denen uns viele gewarnt haben und auf die wir gut vorbereitet waren.

Alles das war Zlombol 2013 und in keinem Reisebüro zu buchen! Und  eins steht jetzt schon fest - egal wo es 2014 hingeht wir werden dabei sein.

Sollte jemand vor Zlombol die Frage stellen „Warum machst du da mit?“ oder „Für was all die Strapazen?“ sage ich nur: lese es mal genau durch! Genau deswegen! Und nicht zu vergessen für die Kinder. Denn Zlombol hat auch eine karitative Seite.

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